Hans-Dieter Nahme

Buch-Auszüge bis Kapitel 4

Der alte Ludwigstein...
"Jugendburg" heißt er heute, der mehr als ein halbes Jahrtausend alte Ludwigstein, oberhalb der Werra und der heutigen Bundesstraße 27 zwischen Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen. Kinder und junge Leute sind es auch meist, die ihn heute bevölkern. Sie sind auf der Wanderschaft oder verbringen hier Ferientage, häufig finden auch Tagungen statt und regelmäßig einmal im Jahr ein Treffen europäischer Jugendgruppen. Die Mauern umschließen ein Bauwerk von ungewöhnlich vielseitiger Geschichte, und draußen wandert der Blick...

Es lässt sich gut beobachten, wie ein Lehen entsteht, wie es erblich und schließlich Eigentum einer Familie wird: In der welfischen Zeit sind die Burgmänner auf dem Hanstein Angehörige einer Familie Heidenreich aus Apolda in Thüringen. Sie bleiben es auch unter der Herrschaft...

Da die Familiengeschichte der Grafen einen großen Einfluss auf die politische Entwicklung haben konnte, wurde dem natürlichen Lauf der Dinge nicht selten nachgeholfen. Um ein großes europäisches Netz zu knüpfen, dessen Fäden zwischen Böhmen und Frankreich, Ungarn und Thüringen gezogen wurden, wurde die vierjährige ungarische Königstochter Elisabeth dem achtjährigen thüringischen Landgrafensohn Ludwig als Gemahlin zugedacht. Fern von ihren Eltern...

Die Fratze ...
Die Sage berichtet, unter den Arbeitern aus Wendershausen habe es beim Bau des Ludwigsteins Unruhe gegeben, als ein Stein mit einer Fratze, die in Blickrichtung auf den Hanstein die Zunge herausstreckt, eingebaut werden sollte. Die abergläubischen Leute hätten gefürchtet, von dem bösen Gesicht werde Unheil ausgehen und hätten verlangt, zur Beruhigung und Versöhnung des Bösen ein lebendes Tier mit einzumauern. Dann habe man einem zufällig herumstehenden Jungen aus Wendershausen seine Katze weggenommen und hinter den Fratzenstein eingemauert. In der kommenden Nacht aber...

Dann kam der fürchterlichste aller Kriege, die vor dem Zweiten Weltkrieg in geschichtlicher Zeit je in der Mitte Europas stattgefunden haben, der Dreißigjährige Krieg. .... Gewiß darf man sich den Krieg nicht so vorstellen, als ob 30 Jahre lang überall gekämpft und gemordet worden wäre; aber die Menschen haben unter ihm in einem Maße gelitten, wie...

Ehrbecks Existenzkampf ...
Als Georg Wilhelm Ehrbeck dort seinen Weg zum Ludwigstein ging, um Schule zu halten, hätte er sich nicht träumen lassen, dass seine Familie länger als irgendeine andere je zuvor mit dem Ludwigstein in Verbindung bleiben würde. Zwar wird das Schloß als Wohnsitz bald aufgegeben, und von der dritten Folge an sind die Ehrbecks nur noch Schlüsselbewahrer für die nun zunehmend...

Der jungen Herrschaft auf dem Ludwigstein scheint eine glänzende Zukunft offen zu stehen.
Aber nur wenige Jahre sind ihr noch beschieden. Ein tragisches Rätsel umgibt ihren Ausgang. Wir wissen nicht mehr...

Die alte Meierei "Burgenhof" ...
Sieben Jahre später kauft Johann Heinrich Ehrbeck die Meierei in Werleshausen zu Eigentum.
So kommt es in der Hand einer schlichten bürgerlichen Familie zu einer unter mehreren Gesichtspunkten historisch höchst interessanten Verbindung: Da gehört ein Stück des alten Hansteinischen Besitzes auf der rechten Seite der Werra nun dem Verwahrer der...

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